Förderpreis

Surveillance von schweren Influenza-assoziierten Erkrankungen auf Intensivstationen in bayerischen Kinderkliniken


– Studie – Frau Dr. oec.troph. Jasmin Benser

Der Posterpreis der Stiftung Präventive Pädiatrie 2011 wurde im Rahmen der 2. Nationalen Impfkonferenz 8.und 9. Februar 2011 in Stuttgart an Dr. oec. troph. Jasmin Benser aus der Forschungsgruppe Infektionsepidemiologie am Universitätsklinikum Würzburg vergeben.

Sollten alle Kinder in Deutschland gegen Influenza geimpft werden oder ist das überflüssig? Macht die Influenza unsere Kinder überhaupt krank? Diese Frage wird in der Fachwelt aktuell intensiv diskutiert, kann aber nur befriedigend beantwortet werden, wenn valide Daten vorliegen. Allerdings ist die Datenlage zu schweren Influenzainfektionen bei Kindern in Deutschland bislang eher dünn. Eine deutschlandweite Studie auf pädiatrischen Intensivstationen erfasste für den Zeitraum 2006-2008 schwere Erkrankungen bei Kindern unter 17 Jahren, die durch Influenza verursacht wurden. Insgesamt meldeten Intensivstationen 20 schwere Influenzainfektionen bei Kindern unter 17 Jahren, darunter 2 Todesfälle. Allerdings wurde eine hohe Dunkelziffer vermutet (ESPED-Erhebung, Liese et al. 2009; www.spp-gz.de/images/File/Berichtsband_1NIK_2009.pdf).Diese Wissenslücke soll das Überwachungskonzept (Surveillance-Modell) schließen, das auf dem Poster von Dr. oec. troph. Jasmin Benser und Mitarbeitern der Forschungsgruppe Infektionsepidemiologie am Universitätsklinikum Würzburg sowie des Instituts für Virologie und Immunologie der Würzburger Universität vorgestellt wird. Seit Oktober 2010 bis März 2012 werden an den bislang 20 teilnehmenden bayerischen Kliniken mit pädiatrischer Intensivstation oder mit Intensivbetten für Kinder ab dem zweiten Lebensmonat bis zum Alter von 16 Jahren Daten erhoben. Die Kliniken erhalten im Gegenzug eine kostenfreie Diagnostik für eine breite Palette möglicher Erreger akuter Atemwegsinfektionen.Erklärtes Ziel ist, zukünftig alle Intensivstationen an bayerischen Kinderkliniken einzubeziehen. "Bei entsprechender Beteiligung ermöglicht diese Studie erstmals verlässliche Inzidenzschätzungen zu schwer verlaufenden Influenzainfektionen sowie die Ermittlung von Risikofaktoren für schwere Influenza bei Kindern in Deutschland", heißt dazu auf dem Poster wörtlich.In seiner Laudatio hob Professor Dr. Fred Zepp, Vorsitzender der Stiftung Präventive Pädiatrie, hervor, dass solche Daten als Grundlage für Entscheidungen im deutschen Gesundheitswesen dringend benötigt würden. Dass die Initiative direkt von behandelnden Ärztinnen und Ärzten ausgeht, unterstreicht dies nur und kann als Signal verstanden werden, dass öffentliche Unterstützung in diesem Sektor sehr sinnvoll angelegt wäre.