Förderpreis

Teilnahme an der Impfung gegen Humane Papillomaviren (HPV) in Deutschland


– Studie – Frau PD Dr. rer. nat. et med. habil. Stefanie Klug, MPH

Frau PD Dr. rer. nat. et med. habil. Stefanie Klug, MPH, vom Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, nahm den Preis am 6. März im Rahmen der 1. Nationalen Impfkonferenz entgegen. 

Die innovative, statistisch exzellente und epidemiologisch herausragende Studie, deren federführende Autorin sie ist, gibt Klarheit über die wichtige Frage, wie gut die HPV-Impfung derzeit von jungen Frauen angenommen wird. Daten zu Durchimpfungsraten sind in Deutschland außerhalb der Einschulungsuntersuchung nur schwer zugänglich. Dr. Klug habilitierte im Dezember 2008 und erhielt zwei Tage später den Ruf auf eine W2-Professur (Tumorepidemiologie und Ergebnisforschung) der TU Dresden.

Seit Dezember 2006 ist die HPV-Impfung in Deutschland erhältlich. Im Februar 2007 empfahl die Ständige Impfkommission (STIKO) die Impfung für Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren. In einer deutschlandweiten repräsentativen Befragung (NFO HealthCare Access Panel „Big Screen“) wurden zwischen September und Oktober 2007 insgesamt 55.000 Haushalte befragt. 

Rund die Hälfte der Haushalte haben an der Befragung teilgenommen. Von den 1.906 Mädchen im Alter zwischen 9 und 17 Jahren, die sich beteiligten, waren 17,4% geimpft. Zwei Drittel zogen die Impfung für die Zukunft in Betracht, während 16% noch unsicher waren. Lediglich 5% aller Mädchen lehnten die Impfung ab. 17-jährige Mädchen waren sogar zu 38% geimpft. Die Teilnahme an der HPV-Impfung war umso höher, je höher die Bildung der Mutter war. In Ostdeutschland waren bereits mehr Mädchen geimpft als in Westdeutschland. 

Regional und nach Alter differenzierte Durchimpfungsraten sowie die Motivation zum Impfen in verschiedenen Bevölkerungsgruppen geben wichtige Ansatzpunkte für zukünftige Impfprogramme.